Sven van Thom

Biographie

Sven van Thom ist Musiker und Komödiant. Er lebt in Berlin. Neben seiner Solo-Karriere ist er als der musikalische Teil der Actionlesung „Tiere streicheln Menschen“ in der Republik unterwegs. Van Thoms Markenzeichen sind eine große musikalische Vielfalt und Texte in Deutscher Sprache, die gekonnt zwischen Melancholie und irrer Albernheit changieren.

Jede Woche ein neues Lied zum aktuellen Zeitgeschehen für seine Radiokolumne „Pudding mit Frisur“ – das ist die Aufgabe, der sich Sven van Thom seit Mai 2016 widmet. Für die Sendung „RadioZwei“ auf dem Potsdamer Sender RadioEins schreibt und produziert er seine Songperlen, zwischen Gitarren- oder Electro-Pop, Folk, Hip Hop, Funk, Punk, 60s-Beat und allem, was sich vertonen lässt, und jeden Freitag kann man sich aufs Neue davon überzeugen, was für ein Händchen für witzige Texte und ausgefuchste Arrangements van Thom hat.

Im Januar 2017 erschien mit der CD „Pudding mit Frisur, Teil 1“ die erste Sammlung dieser Radio-Songs, die von Mai bis Dezember 2016 von RadioEins in Auftrag gegeben und dort uraufgeführt worden sind. Donald Trump, Torten in Gesichtern von Sarah Wagenknecht und Thilo Sarrazin, Olympische Spiele, Jogi Löws Hand im Schritt bei der Fussball-EM, Vogelgrippe, verstorbene Helden wie Bud Spencer und Muhammad Ali… Wenn man sich die 27 Tracks auf diesem, man kann schon sagen, Konzeptalbum aufmerksam anhört, hat man einen ganz guten Überblick über die Schlagzeilen, die uns im Jahr 2016 umgetrieben, erschüttert oder einfach nur unterhalten haben.

Und Sven van Thom wäre nicht Sven van Thom, wenn er bei aller Albernheit nicht auch eine gehörige Prise Melancholie in seine Songs packen würde. Vor allem sein Jahresabschlusslied „Das Jahr, in dem Manfred Krug starb“ lässt die Ironie weitestgehend außen vor, stellt die richtigen Fragen zum vergangenen Jahr und nimmt Abschied von einem der größten Sänger und Entertainer der Nachkriegszeit.

Auch van Thoms aktuelles Live-Programm trägt den Namen „Pudding mit Frisur“. Gemeinsam mit Sängerin Larissa Pesch (hin und wieder auch mit der Cellistin Anne Müller) bringt er ein paar ausgewählte Songs der CD auf die Bühne, streut aber auch einige Klassiker seiner ersten drei Alben und sogar einige neue Songs ein, die noch nicht auf CD veröffentlicht sind. Sven van Thom-Auftritte sind in erster Linie lustig und unterhaltend, nehmen aber immer wieder eine unerwartete Ausfahrt auf den Rasthof der herzzerreißenden Melancholie und der unerfüllten Liebe.

Sven Rathke, so van Thoms bürgerlicher Name, wurde 1977 in Bernau bei Berlin geboren und wuchs in dem Brandenburgischen Dorf Stolzenhagen bei Wandlitz auf. Seine Liebe zur Musik entdeckte Sven bereits im Vorschulalter. Er verbrachte Nachmittage damit, gemeinsam mit seinem Großvater Kurt, Lieder aus dem Radio auf Tonbandgeräten mitzuschneiden und laut mitzusingen.
Im Alter von sieben Jahren nahm er eine Stunde Blockflötenunterricht, stellte sich dabei jedoch so talentfrei an, dass sowohl er selbst als auch die Lehrerin entnervt aufgaben. Auch beim Akkordeonunterricht, wenige Jahre später, war er keine Leuchte und durfte als Einziger nicht mit zu den Auftritten der Akkordeongruppe fahren. Mit 14 kaufte er sich ein Keyboard und fing an, Raptexte und Schlagerparodien zu schreiben und auf Kassetten aufzunehmen, die er an Freunde auf dem Schulhof verteilte. Mit 16 kaufte Sven seine erste Gitarre für den Preis von DM 5,- und einer Packung Raffaello.

Vor seiner Solokarriere spielte und sang Sven in den Bands Sofaplanet und Beatplanet. Sofaplanet hatten im Jahr 2001 einen Top-10-Hit mit dem Lied „Liebficken“ in Deutschland und Österreich. Die Band veröffentlichte offiziell zwei Alben: „Sternzahl unendlich“ (2001 auf X-Cell Records/Sony) und „Power to the Poeble“ (2004 auf Wannsee Records). Beatplanet nahm 2007 unter anderem an der Pro7-Sendung BundesVision Song Contest teil, belegte mit dem Song „Dreh Dich um und geh“ jedoch nur einen vorletzen Platz. Auch von Beatplanet, die eine verspielte Version von DDR-Beatmusik spielten und sich musikalisch an Künstlern wie Manfred Kurg, Theo Schumann und den Beatles orientierten, erschienen zwei Alben: „Wer beatet mehr?“ (2006) und „Komm an Board“ (2007 auf Brigade Mondaine“).

2008 erschien mit „Phantomschmerz“ das erste Sven van Thom-Album bei Starwatch/Warner. Die beiden Singles „Trauriges Mädchen“ und „Schatz halt’s Maul“ erlangten durch eine ausgedehnte TV-Präsenz eine gewisse Bekanntheit und erreichten Platz 28 und 29 der deutschen Verkaufscharts. Mit „Jaqueline (Ich hab Berlin gekauft)“ nahm Sven 2009 abermals am BundeVision Song Contest teil und belegte für Brandenburg den neunten Platz.

Sven van Thom trennte sich von seinem Produzententeam Elephant Music und begann mehr und mehr seine Musik im Alleingang zu produzieren. 2012 erschien sein zweites Album „Ach!“ bei Roof Music, und 2015 erschien „So geht gute Laune“ bei Loob. Auf der Website Bandcamp.com veröffentlichte van Thom außerdem das 10-Track-Album „Die dunkle Seite des hellen Wahnsinns“ und zahlreiche weitere Lieder, die aus der Zeit von „So geht gute Laune“ noch übrig geblieben waren.

Seit über 10 Jahren ist Sven van Thom mit seinem Bühnenpartner Martin Gotti Gottschild als Tiere streicheln Menschen in Clubs, Theatern und im Radio und TV unterwegs. Von 2014 bis 2016 lief die wöchentliche Radiorubrik Tiere streicheln Menschen wöchentlich bei RadioEins vom RBB. Im Mai 2016 startete zur selben Sendezeit das Format RadioZwei, moderiert von Gotti und Thomas Wosch. Für diese Sendung steuert Sven van Thom seine wöchentliche Kolumne „Pudding mit Frisur“ bei.

Tiere streicheln Menschen legen bis Sommer 2017 eine Bühnenpause ein, starten jedoch am 01.07.2017 mit einer Open-Air-Veranstaltung auf der Freilichtbühne Weißensee in die neue Saison.